Schatzsucher

Das geistliche Wort | 12.05.2024 | 00:00 Uhr

Aus rechtlichen Gründen enthält das Audio nicht die im Beitrag verwendete Musik.

Autor:

Muttertag.

Kinder basteln Geschenke, Väter besorgen einen Blumenstrauß, einen Tag lang

wird heute in vielen Familien gewürdigt und gefeiert, dass Mütter Mütter sind.

Und damit die Väter nicht zu kurz kommen, haben so manche schon vor drei Tagen an

Christi Himmelfahrt mit einem Ausflug den Vatertag begangen. In manchen

Familien sind diese Tage schwierige Tage. Weil Vater oder Mutter nicht mehr da

sind. Weil die Kinder schon in jungen Jahren ein Elternteil verloren haben.

O-Ton

01: Wir sind im Prinzip für Familien da, wo Kinder und Jugendliche mit im Spiel

sind, die halt eine Bezugsperson, eine enge Bezugsperson verloren haben, wo

jemand gestorben ist. Und genau das kann aus Krankheit sein oder dass es ein

Unfall war. Für die sind wir quasi Anlaufstelle, Ansprechpartnerinnen und

arbeiten hauptsächlich in Gruppenform, also in Kinder- und Jugendgruppen. Alle

zwei Wochen kommen die zu uns.

Autor:

…und

dann geht’s los mit anderen zusammen, die ungefähr im gleichen Alter

sind und das gleiche Schicksal teilen. So erzählt es Kim Fleitmann. Sie leitet

die „Schatzsucher“, ein Hilfsangebot für trauernde Kinder und Jugendliche in

Wassenberg im Kreis Heinsberg. Der Anfang nachmittags in der Gruppe ist ein

festes Ritual. Ein Stein wird herumgereicht. Und wer den Stein hat, darf reden.

O-Ton

02: Jeder sagt mal, wie geht es mir denn heute mit der Trauer und warum bin ich

hier? Dass man halt auch direkt einmal kurz mitkriegt, okay, was ist bei den

anderen denn los?

Autor:

Sich

einmal gegenseitig wahrnehmen, darum geht es. Und dann gibt es irgendeine

Aktivität, ein Spielangebot, etwas Kreatives zum Gestalten, ein Film, über den

man reden kann. Manchmal mehrere Angebote parallel, je nach dem, wozu die

Kinder Lust haben.

O-Ton

03: Wir fangen halt auch immer an in Begleitung, dass wir Schatzkisten basteln,

ganz kunterbunte, glitzernde, mit Stickern beklebte Schuhkartons, die dann den

Personen gewidmet sind und wo dann die Kinder halt anfangen können, so

Erinnerungsstücke zu sammeln zum Beispiel.

Autor:

Schatzkisten

für die Schatzsucher. Erinnerungen an diese eine Person, als Schatz für die

Gegenwart und die Zukunft. Gut 40 Kinder und Jugendliche nehmen das

Angebot zurzeit wahr. Sie treffen sich mit anderen in ihrer Altersgruppe, die

jüngste ist fünf, der älteste 19 Jahre alt. Es gibt ein Team von geschulten

Ehrenamtlichen, die diese Gruppen leiten. Kim Fleitmann, die hauptamtliche

Koordinatorin, ist heute 27, sie hat soziale Arbeit studiert und ist dann in

dieses Arbeitsfeld zurückgekehrt. Denn mit 14 hat sie selbst ihren Vater

verloren. Er starb an einem Hirntumor. Das war 2011. Zusammen mit ihrer

Schwester ging sie zu den Schatzsuchern. Auch wenn Kim sich heute nicht mehr an

alle Einzelheiten erinnert, ein Grundgefühl bleibt.

O-Ton

05: Die meiste Zeit war da halt irgendwie auch einfach nur so ein Wohlfühlort

und so ein sicherer Ort für dieses Thema. Ich bin auf jeden Fall davon

ausgegangen und so kriege ich es auch heute einfach weiter mit, dass wenn ich

von jemandem höre, dem ist was ähnliches passiert, dann versteht er mich auch.

Autor:

Bei

den Schatzsuchern geht es um Trauerbewältigung – und zugleich sind die Gruppen

ein fröhlicher Ort. Kim Fleitmann erinnert sich…

O-Ton

06: dass es einfach da ganz bunt auch hergeht und ganz lustig und ganz viel

gelacht wird und lustige Geschichten ausgetauscht werden. Und genauso wird es

natürlich auch mal tief und auch mal schwer und auch mal traurig. Und ich weiß

auch einmal hat mich so ein Film irgendwie total gecatcht und dann habe ich

irgendwas, hat es angetriggert und dann bin ich total in Tränen ausgebrochen.

Autor:

Und

damals ist für alle Gefühle Platz: die Freude, die Wut, die Trauer. Was

brauchen wohl Kinder, die trauern, die heute nicht wie die anderen unbekümmert

den Muttertag feiern, sondern vielleicht auf den Friedhof gehen? Wie kann die

Familie damit umgehen, dass Vater oder Mutter nicht mehr da sind?

Musik 1: Prospering

Titel: Prospering; Komponist: Hannes Stollsteimer;

Interpret: The Jakob Manz Project & Jakob Manz; Album: The Answer; Label:

2024 ACT Music & Vision GmbH & Co. KG; LC: 07644

3:47-4:27=0:40

Autor:

An

einem Nachmittag bringe ich Kim Fleitmann mit Samuel Koch zusammen. Für einen

Podcast spricht der Schauspieler und Autor mit Menschen, deren Leben sich

plötzlich verändert hat, die eine Krise zu bewältigen haben und das irgendwie

schaffen. So ähnlich wie er selbst es erlebt hat. 2010 ist Samuel Koch in der Fernsehshow

„Wetten dass“ verunglückt. Seitdem sitzt er im Rollstuhl.

O-Ton

07a Samuel und Kim: Für mich sind die Menschen in meinen schwierigen Zeiten im

Leben immer das Wichtigste gewesen oder mit das Wichtigste. Und wie war das bei

dir mit deiner Schwester oder mit den Leuten um dich herum? Würdest du das

bestätigen? Oder was hat dich so dann am meisten durchgetragen? Durch die

Ängste? Durch die Panik, die Herausforderungen?

Kim: Auf

jeden Fall die Menschen auch um mich herum. Also ich bin da auch sehr bei dir,

dass mich auch viel irgendwie diese Sicherheit, Leute um mich zu haben, die

mich auch so annehmen wie ich bin und aber auch unterstützen und irgendwo da

mitziehen oder auch mal herausfordern, halt auch die Leute sind, die mir gut

tun. Und das war halt auf jeden Fall meine Schwester, die einfach immer da war

und wo immer klar war okay, sie erlebt gerade das gleiche. Aber trotzdem eigene

Art und Weise geht ja auch irgendwie anders mit um oder hatte andere bestimmt

andere Schlüsse irgendwie daraus gezogen aus dieser Zeit. Und trotzdem aber

haben wir das irgendwie immer zusammen machen können und haben auch heute noch

ein enges Verhältnis. Ich habe eine liebe Freundin noch aus der Schulzeit, die

damals auch wirklich also in dem Alter von 14, wo ich jetzt auch rückblickend

sage, ist das eine tolle Freundin, die auch immer noch da ist und hoffentlich

auch weiß, dass sie so toll ist.

Samuel:

Vielleicht hört sie es mal

Kim: Vielleicht

hört sie es mal, sie wirds bestimmt hören.

Samuel:

Wie heißt sie?

Kim: Kathi.

Samuel:

Kathi, du bist toll, jetzt weißt du’s.

Kim: Genau,

Jetzt weißt du’s. Die da echt mit 14 schon alles gegeben hat und irgendwie

organisiert hat, dass wir mal so eine Übernachtungsparty machen mit

Freundinnen, wo wir einfach mal Quatsch machen. So auch wenn ich gerade vor

vier Wochen meinen Papa verloren habe. So und die das einfach die einfach

gemacht hat so und mit der ich gleichzeitig aber auch das Gefühl hatte,

irgendwie tiefe Gespräche führen zu können und das auch auf jeden Fall gemacht

habe. Genau.

Autor: Es gibt einen Weisheitslehrer in der Bibel,

Qohelet, der Prediger Salomos. Er denkt über Freundschaft nach, über das, was

Menschen verbindet. „So ist’s ja besser zu zweien als allein“, sagt er, „fällt

einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist, wenn er

fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft. Auch, wenn zwei

beieinanderliegen, wärmen sie sich; wie kann ein Einzelner warm werden?“Sein

Fazit: „Einer mag überwältigt werden, zwei können widerstehen, und eine

dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei.“

O-Ton

7b Samuel und Kim: Ich bekomme oft die Frage gestellt wie geht man mit Menschen

um, die gerade einen Verlust erleben? Sei es jetzt ein Verlust eines lieben

Menschen oder es ist mir natürlich auch begegnet den Verlust von Menschen, die

ihre Bewegungsfähigkeiten verlieren oder andere Schicksalsschläge erleben, wo

das Umfeld oft verunsichert ist. Und ich weiß, wie gehe ich auf den Zu oft

stellt sich so eine fast manchmal zu rücksichtsvolle, total schwierige, ich

will nicht sagen falsche, aber schwierige Bescheidenheit ein. Und die Distanz,

wo dann Betroffene sich auch fragen Wo sind eigentlich meine Freunde, wo sind

eigentlich meine Liebsten? Wieso werde ich jetzt in der Krise alleingelassen?

Oft ist es gut gemeint, aber eben nicht gut gemacht. Das finde ich interessant,

dass du sagst, sie hat einfach gemacht. Ich kann immer nur für mich reden und

sage im Zweifel einmal zu viel auf jemanden zugegangen. Einmal lieber zu viel

umarmt, als einen zu großen Bogen um einen gegangen. Aber mit der Sensibilität,

das geht auch nicht für jeden. Na ja, für manche ist die Stille, die

Einsamkeit, die Distanz, auch das Gute. Kannst du da Schlüsse ziehen? Also

sowohl von deiner persönlichen Geschichte als auch von deiner Arbeit?

Kim: Ja,

sowohl als auch. Also aus meiner persönlichen Geschichte. Auf jeden Fall habe

ich auch die Erfahrung gemacht, mit 14, dass es die Mehrheit auch der

Gleichaltrigen einen Bogen drum machen und vermeiden. Einfach aus Unsicherheit,

aus Sorge, irgendwie was Falsches zu sagen. Bei mir war das halt so, glaube

ich, dass das schon gut war, mich auch manchmal vielleicht mit Sachen zu

überfallen oder zu irgendwas einzuladen, einfach mal zu machen. Das. Das tat

mir gut. Und so einen Ausgleich einfach.

Samuel:

Würd ich bestätigen.

Kim: Zu

finden, genau. Und nicht immer nur in dem Thema zu sein.

Autor: Auch wenn es

keine Regel gibt, auch wenn manche ihre Ruhe brauchen. Meist ist es gut,

einfach mal zu machen. Auf den anderen zuzugehen, sich zu erkundigen, was er

oder sie braucht. Lieber einmal zu viel in den Arm nehmen als einmal zu wenig. Das

finde ich schon mal eine gute Regel. Wie sagte noch der Prediger Salomos: „Weh

dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft.

Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache

Schnur reißt nicht leicht entzwei.“

Musik 2: Prague’s Ballet

Titel: Prague’s Ballet; Komposition/Interpret: Marius

Neset; Album: Circle of Chimes (with Lionel Loueke, Ivo Neame, Petter Eldh,

Anton Eger & Jim Hart); Label: 2017 ACT Music + Vision GmbH & Ko KG; LC:

07644

9:11-9:55=0:44

Autor: Kim Fleitmann

hat nicht nur ihren Vater verloren. Etwa fünf Jahre später, sie ist 19,

erkrankt die Mutter ihres Partners schwer an Krebs. Da gibt es mehrere

Geschwister, seine Mutter ist alleinerziehend.

O-Ton

08 Samuel und Kim: Also wir wussten, dass sie krank ist, auch schwerkrank ist,

aber niemand wusste über die Diagnose, dass sie wirklich im Sterben lag dann

damals.

Und

da ist dann die Mama ganz plötzlich, also mehr oder weniger plötzlich

gestorben. Genau, alleinerziehend. Also da blieben dann halt auch Geschwister.

Minderjährig.

Samuel:

Ach du meine Güte. Und deine, ähm, deine Verlusterfahrung, Trauererfahrung

liegt also noch gar nicht so weit zurück. Warst du dann irgendwie die

Erfahrenere. Oder konntest du eine Säule sein für deinen Freund, für die

Geschwister, die noch so jung waren?

Kim: Mehr

oder weniger bewusst. Und mir wurde es dann halt in dem Moment bewusst, dass

ich das wohl irgendwie bin, so eine Art Säule oder erfahrene Person. Als dann

einmal die kleinste halt explizit nur mit mir sprechen wollte. Eben aus der

Begründung heraus. Na ja, die kann mich verstehen. Der ist sowas auch passiert.

Autor:

Es

war der Wunsch der verstorbenen Mutter, dass die Kinder, wenn’s irgend geht, in

der Familie untergebracht werden. Kim und ihr heutiger Mann können das

verwirklichen. Sie wird mit 19 offiziell Pflegemutter von zwei Teenagern.

O-Ton

09 Samuel und Kim: Also wenn ich an meine 19 Jahre denke und die unsägliche

Naivität, mit der durchs Leben gehopst bin. Kann ich nur erahnen. Papa

verloren. Die Schwiegermama verloren, Pflegemutter sein. Mit 19 ist man in

einer entscheidenden Phase seines Lebens. Wo geht es hin? Also ich wäre maßlos

überfordert gewesen. Wie war das für dich?

Kim: Also

ich war auf jeden Fall überfordert zwischendurch und es hat sehr viele Fragen

aufgeworfen, auch über unsere Beziehung dann eine Zeit lang. Also das, da ich

mir schon die Frage gestellt habe irgendwann okay, wenn du das jetzt, wenn du

da jetzt weiter reingehst, tiefer reingehst, dann ist das jetzt aber auch

wirklich so ein für immer-Ding. Also ich habe mir dann schon an dem Punkt halt

die Frage gestellt so, okay, entweder jetzt Trennung und ich fang irgendwie neu

an oder wir ziehen das jetzt wirklich als Paar zusammen durch und ja, wachsen

irgendwo da dran und das hat auch seine Zeit gebraucht. Also das waren dann

auch echt.

Samuel:

Es war jetzt nicht ein Entscheidungstag.

Kim: Nee,

nee, das war schon ein Prozess. Auf jeden Fall. Und irgendwann war dann aber

der Tag da, an dem ich mich aktiv dafür entschieden habe.

Samuel:

Und er auch.

Kim: Er

auch. Er sowieso, er die ganze Zeit. Also das war schon eher bei mir. Genau.

Und wir das dann ab dann irgendwie zusammen angegangen sind und mit Höhen und

Tiefen, keine Frage. Also das ist jetzt auch wieder ein sehr romantisches Bild

von okay und jetzt sind wir verheiratet und haben eine Tochter. Die Jüngste hat

bei uns gewohnt bis letztes Jahr und jetzt haben wir ein ganz, ganz tolles

Verhältnis. Aber das war ein Prozess, das war Arbeit, das war emotionale

Arbeit. Auf jeden Fall.

Musik

1: Prospering

12:55-13:35=0:40

Autor:

Mit

14 hat Kim Fleitmann den eigenen Vater verloren, mit 19 wird die Pflegemutter,

weil ihre Schwiegermama stirbt. Samuel Koch erinnert diese Geschichte an eine

biblische Figur.

O-Ton

10: Es gibt so eine historische, fast antike Figur, die so repräsentativ für

krasses Leid steht. Am ehesten bekannt unter diesem Titel oder unter diesem

Zusatz Hiobsbotschaft. Hiob, so ein Typ, der alles verloren hat, Familie, Haus,

Hof und dann auch noch Gesundheit. Und da wird auch berichtet, wie Freunde um

ihn waren und die einfach lange mit ihnen saßen und trauern und ganz lange mit

ihm saßen. Einfach nur sein Klagen und sein Wehklagen mit ertragen haben und

viel zugehört haben. Das finde ich so ein wichtiges Stichwort. Und dann

irgendwann das Schweigen gebrochen haben und sich da eingemischt haben. Und

dann kam ein Ratschlag nach dem anderen. Dann fand er es einfach nur noch

ätzend. Der Typ hat sie weggeschickt und ja, ich weiß noch, bei mir in der

Rehaklinik sind ja viele so, die jetzt nicht mehr wissen, wie es im Leben

weitergeht, weil sie alles verloren haben, was sie so machen wollten. Und da

wurde auch von den Ärzten empfohlen okay, ab einem gewissen Zeitpunkt muss man

zum Essen raus und muss sich sozialisieren und muss unter die Leute und muss

sich auch mit seiner Schwäche und seinem Rollstuhl zeigen. Und weiß genau für

den Typ zwei Zimmer weiter war´s exakt das richtige, dass er diesen Gesäß-Tritt

bekommen hat, weil er hat sich total eingeigelt und wollte überhaupt nicht raus

aus seinem Zimmer Und für ihn war es das richtige diesen Schubs zu bekommen.

Autor:

Was

hilft in der Krise, was hilft, Trauer zu bewältigen? Auf meinen inneren

Merkzettel schreibe ich: zuhören, aushalten, es mit ertragen – und keine

ungebetenen Ratschläge geben. Und zugleich: Den anderen ermutigen, sich mit der

eigenen Schwäche zu zeigen, in Trauer, im Rollstuhl, wie auch immer. Irgendwann

wird es wichtig, wieder rauszukommen.

Heute

ist Muttertag. Viele Mütter und Väter leben mit ihren Kindern und sind dem

Thema Tod und Trauer noch nie so richtig begegnet. Kann man Kinder an dieses

schwierige Thema heranführen? Kim Fleitmann, die Trauerbegleiterin meint, wir

sollten einfach mal überlegen…

O-Ton

12 Kim: … okay, wie oft werden wir denn eigentlich mit dem Thema Tod im Kleinen

schon konfrontiert? Also der tote Marienkäfer oder Regenwurm am Straßenrand?

Oder wir laufen beim Bestatter vorbei. Und dass das einfach schon

Gesprächsanlässe sind, die irgendwie so schön niedrigschwellig sind, dass ich

da mit einem Kind auch einfach schon über das Thema Sterben in Kontakt kommen

kann und auch eigentlich automatisch tue und es vielleicht gar nicht gar nicht

so merke. Was sind vielleicht Rituale, die wir machen, wenn es um verstorbene

Menschen geht? Was lebe ich als Eltern, vielleicht auch Elternteil auch vor?

Also wir versuchen das ja, oder wir erleben häufig, dass Eltern das auch

versuchen zu vermeiden, so das Thema. Genau, die eigene Trauer, vor allem auch

vor den Kindern. Natürlich möchte ich hier gar nicht sagen, dass man vor den

Kindern seinen ganzen tiefsten Schmerz zeigen muss, aber im Prinzip, na ja,

natürlich empfehle ich sogar vor den Kindern ruhig auch mal zu weinen. Das ist

doch okay, es gehört doch dazu. Wir erwarten doch auch, oder? Wir wollen ja

auch für unsere Kinder, dass es okay ist, dass sie mal dieses Weinen als Ventil

nutzen können, das mal loszulassen, so dieses Gefühl einfach mal rauszulassen.

Und na ja, eigentlich bei allen anderen Gefühlen wissen wir ja auch inzwischen,

dass es eigentlich immer ein Vorleben auch von uns Elternteilen ist. Und auch

beim Gefühl der Trauer gilt das dann irgendwie, dass ich ein Vorbild bin als

Mutter für mein Kind. Wie funktioniert es denn mit dem Gefühl, mit der Trauer und

wie gehe ich damit um?

Musik 3: 42nd & 6th

Titel: 42nd & 6th;

Komponist/Interpret: Till Brönner; Album: Blue Eyed Soul; Label: Verve

(Universal Music); LC: 00383

17:05-20:00=2:55

Autor

(overvoice): Wie gehe ich mit meiner Trauer um und wie gehe ich mit anderen in

meiner Nähe um, die trauern? Ich hoffe, dass Sie nicht allein sind und dass Sie

niemanden alleine lassen. Wie gesagt: Einer mag überwältigt werden, aber zwei

können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei. Einen

gesegneten Sonntag wünscht Ihnen Titus Reinmuth, Rundfunkpfarrer aus

Wassenberg.

Musik

3: 42nd & 6th

Fortsetzung

freistehend

https://www.kirche-im-wdr.de/uploads/tx_krrprogram/64063_GWohneMusik240512.mp3

  • 12.5.2024
  • Titus Reinmuth
  • (Kirche im WDR)
Downloads