Über seinen Glauben reden

Kirche in WDR2 | 04.05.2024 | 00:00 Uhr

Samuel Koch – Sie erinnern

sich? Das ist der, der bei „Wetten dass … „ verunglückt ist und seit dem im

Rollstuhl sitzt. Wir treffen uns im Studio, produzieren seinen neuen Podcast. Samuel

Koch sagt: Ich war jahrelang so ein 007 Christ, ein Geheimagent, keiner durfte wissen,

wer mein Auftraggeber ist. Erst durch Wetten dass, … bin ich geoutet worden.

Eigentlich wollte ich nicht in die Show. Hatte schon dreimal abgesagt. Von

wegen: Ich lasse mich nicht zum Affen machen; ich will ein Ernst zunehmender

Schauspieler werden; ich bin mitten in der Bundesliga Saison. Doch meine Gemeinde

hat mich überredet. Mensch, Samuel, wenn du vor über zehn Millionen Menschen

was von Deinem Glauben erzählen kannst, musst du dahin. Also hat er

eingewilligt. Und sagt heute: Ich war so was von krass nervös. Was sage ich und

wie sage ich es. Dass er was mit Kirche und Glauben zu tun hat, wusste das

Publikum. Es war entsprechend anmoderiert worden. Und dann passierte der Mega

Gau – der Unfall. Von seinem Glauben konnte er dann nicht mehr erzählen. Heute

tut er es in Interviews.

Mich hat das beeindruckt. Bin

ich auch 007, habe ich mich gefragt. Eine Undercover Christin?

Gute Frage! Gebe ich mich zu

erkennen? Tue ich es auf `ner Party, ist die erste Reaktion: Och, das hätte ich

jetzt nicht von Dir gedacht. War ich bis eben noch sympathisch, bin ich jetzt

suspekt. Das mit dem sexuellen Missbrauch bei Euch ist ja schon krass. Und dass

Ihr immer noch Steuern abkassiert, wofür eigentlich? Ach, neulich war ich auf

ner Beerdigung, aber der Pfarrer, der ging ja gar nicht.

Wenn mir jemand erzählt, dass

ein Mensch, den er liebt, schwer krank ist, sage ich oft: Ich bete für ihn. Das

kostet mich manchmal Überwindung. Aber meine Erfahrung ist: Mein Gegenüber lächelt

ein wenig, etwas verunsichert und bedankt sich. Sich für einen Moment einer

höheren Macht anzuvertrauen, um Beistand zu bitten, das kann entlasten.

Wie ich es sonst mit der

Religion halte? Religion bestimmt mein Leben im Sinne von, dass ich bestimmte

Entscheidungen so und nicht anders treffe, weil ich Christin bin. Das passiert

ganz automatisch. Es ist eine Grundhaltung, über die ich nicht jeden Tag

nachdenke. Wichtig ist für mich, dass mein Glaube und mein Tun zusammenpassen.

Dass das, was ich glaube auch ganz konkret was mit meinem Leben zu tun hat. Ich

stelle mich oft auf die Seite der Schwachen. Spreche für die, die keine Stimme

haben oder helfe ganz konkret. Und was sind Sie? Zaungast, Undercover Christ oder

öffentlich bekennend?

https://www.kirche-im-wdr.de/uploads/tx_krrprogram/63948_WDR2240504Steinwender.mp3

  • 4.5.2024
  • Sabine Steinwender
  • © Foto von Ben White auf Unsplash
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