Schüler bauen für Haiti

Kirche in WDR3 | 11.01.2023 | 00:00 Uhr

Guten Morgen,

am Rhein-Maas-Berufskolleg in Kempen, wo ich

Schulpfarrerin bin, gibt es ein besonderes Projekt: Schüler bauen für Haiti.

(1)

Es entstand nach dem schweren Erdbeben in

Haiti 2010. Im Religionsunterricht einer Maurerklasse kam die Idee auf, den

Menschen in Haiti zu helfen.

„Wir sind Maurer. Wir können doch Häuser

bauen!“ sagte einer der Auszubildenden.

Und das haben sie getan. 2011 ging es los –

gemeinsam mit ihrem Schulpfarrer Roland Kühne, der das Projekt mit ihnen ins

Leben gerufen hat.

In Haiti angekommen haben sie dann mit dem Bau

eines Ausbildungszentrums begonnen.

Jahr für Jahr geht´s seitdem nach Haiti – die

Auszubildenden bauen gemeinsam mit Einheimischen Häuser, wo junge Menschen

untergebracht und ausgebildet werden. Und so soll es weiter gehen, denn es ist

auch über ein Jahrzehnt später immer noch viel zu tun. Immer wieder

Naturkatastrophen, immer mehr Armut, immer mehr Gewalt. In Haiti haben die Menschen nicht genug zu essen.

Leider konnte nun schon seit zwei Jahren keine

Reise mehr mit Schülern stattfinden.

Erst wegen der Reisebeschränkungen durch

Corona, dann wurden im letzten Jahr sämtliche Flüge zum Einsatzort aus

Sicherheitsgründen in dem Land eingestellt.

Die Enttäuschung war natürlich auf allen

Seiten riesengroß. (2)

Auch in diesem Jahr bangen die Auszubildenden

wieder um die so wichtige Reise zu Ostern.

Denn leider hat sich die Situation bislang

nicht verbessert.

Zu allem Unglück hat nun noch ein erneuter

Cholera-Ausbruch im vergangenen Jahr das krisengebeutelte Land getroffen. (3)

Unter diesen Umständen scheint es wieder

schwierig zu werden, in Haiti weiterzubauen. Natürlich soll keiner einer Gefahr

ausgesetzt werden, und doch hoffen wir alle immer noch, dass es klappt. Helfen ist Nächstenliebe, so kann man die Idee

der Auszubildenden bei „Schüler bauen für Haiti“ kurz beschreiben.

Und ja:

Sollten wir nicht fahren können, wird die

Enttäuschung wieder riesig sein, auf beiden Seiten.

Denn es tut weh, zu sehen, wie man helfen

will, aber nicht kann, zumindest nicht vor Ort.

Gerade jetzt, wo sich die Situation weiter

zuspitzt, wo jede Unterstützung so wichtig ist für Haiti.

Immerhin: Wir können den Kindern in Haiti

trotzdem Hoffnung geben, auch wenn wir nicht vor Ort sein können. Durch die

Hoffnungsspenden für den Verein „Schüler bauen für Haiti“. So können weiterhin

Nahrung, Bildung, Kleidung und medizinische Versorgung gewährleistet werden.

Die Schüler haben viel Hoffnungskraft gezeigt.

Sie halten daran fest, dass klappt, was sie sich in den Kopf gesetzt haben.

So haben sich jedenfalls einige entschieden,

bei denen es im letzten Jahr nicht geklappt hat. Sie wollen einen neuen Anlauf

wagen.

Dieser Wille der Schüler, an dem, was man

wichtig findet, festzuhalten, obwohl es aussichtslos scheint, der gibt mir Mut.

Und ich will mich von den Schülern inspirieren lassen: Für meine Hoffnung, dass

es mit der Haitifahrt klappen könnte und mit manch anderem in dieser Welt

vielleicht auch.

(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und 5: )

Hoffnungskraft wünscht Ihnen

Pfarrerin Anne Wellmann aus Tönisvorst.

Quelle: (1) https://wordpress.schueler-bauen-fuer-haiti.de/ (letzter Abruf 19.12.2022)

(2) https://schueler-bauen-fuer-haiti.blogspot.com/ (letzter Abruf

19.12.2022)

(3) Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/haiti-proteste-127.html (letzter Abruf 19.12.2022)

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

  • 11.1.2023
  • Anne Wellmann
  • © Foto von Tina Floersch auf Unsplash