Beten hilft!

Kirche in WDR3 | 10.02.2024 | 00:00 Uhr

Guten Morgen.

In meiner

Lieblingsfrauenzeitschrift habe ich mal wieder etwas Spannendes entdeckt (1).

Unter der Überschrift „Es

gibt keine falsche Hoffnung!“ wird von der „Maly-Meditation“ berichtet.

Wolfgang Maly ist Psychoonkologischer Berater. Also jemand, der krebskranke

Menschen berät. Begleitend zu den schulmedizinischen Behandlungen hilft er den

Patienten durch seine Methode. Er beschreibt sie so:

Sprecher: „Es geht

darum, mit gesammelter Konzentration, Berührung und Visualisierung von Energie

gegen den Tumor zu kämpfen.“

So weit, so gut. Ich halte

viel von unseren Selbstheilungskräften. Und es gibt viele ähnliche Methoden.

Interessant ist, was Wolfgang Maly von seiner eigenen Krankheit und seinem eigenen

Heilungsprozess berichtet. Nach einer Operation konnte er nicht laufen:

Sprecher: „Ich

begann mich ins Gebet zu versenken und stellte mir vor, wie ein warmes,

heilendes Licht in meine Wirbelsäule fließt und mein Rückenmark massiert. Dabei

fühlte ich mich geborgen und gewann mit jedem Mal ein Stück der verlorenen

Hoffnung zurück. Mit der Zeit verbesserte sich meine Gehfähigkeit, bis ich

wieder normal laufen konnte. Diese Entwicklung bestärkte mich in meiner

Überzeugung, dass durch den Glauben an Gottes Liebe das Unmögliche möglich

werden kann.“ (2)

„…, dass durch den Glauben

an Gottes Liebe das Unmögliche möglich werden kann.“ Das glaube ich auch.

Bei einigen Menschen aus

meiner Gemeinde habe ich das nicht so intensiv aber ähnlich erlebt. Vielleicht

kann man einfach sagen: „Beten hilft!“

Vielleicht klingt das jetzt

zu schön und einfach. Vielleicht mag jemand meinen, ich hätte zu wenig Ahnung

wie es Menschen mit solchen Krankheiten geht. Vor eineinhalb Jahren ist meine

Schwester gestorben. Mit 64 Jahren an Krebs. Und ich habe sie – zusammen mit

ihren zwei Kindern – in ihrer letzten Zeit intensiv begleitet. Sie teilte

meinen Glauben an den einen Gott. Und wir haben zusammen gebetet. Und mit uns

viele Freunde. Auch ihre Gemeinde hat für sie gebetet. Beinahe bis zu ihrem

Ende hat meine Schwester auf ein Wunder gehofft. Es ist nicht passiert. Auch wenn es mir

schwerfällt, will ich nicht an der Barmherzigkeit und Liebe unseres Gottes

zweifeln.

Beten und sich Heilsames

vorzustellen, zu wissen, dass andere für mich

beten, ist hilfreich. Aber ob es mir meinen Weg für Momente leichter

macht oder ob ich sogar geheilt werde – das bleibt ein Geheimnis. Und das liegt

nicht in Menschenhand. Auch Wolfgang Maly hat weiterhin mit Schmerzen zu

kämpfen, die ihn zuweilen an Gottes Liebe zweifeln lassen, wie er schreibt. Dennoch:

Gebet und Meditation haben ihn mit Hoffnung und Zuversicht erfüllt. Und beides,

Hoffnung und Zuversicht können in allem kraftvolle und machtvolle Helfer sein.

(Ende

WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und 5: )

Ihr

Pastor Heddo Knieper, Soest

(1)

Ildikó von Kürthy, „Problemzonen: Es gibt keine falsche Hoffnung!“ Brigitte

7/2019, S. 174.

(2)

https://wolfgang-maly.de/wolfgang-maly/, Aufruf 17.2.24.

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

https://www.kirche-im-wdr.de/uploads/tx_krrprogram/63262_WDR35240210Knieper.mp3

  • 10.2.2024
  • Heddo Knieper
  • © CCO Pixabay
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